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Mikroboy
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Teilnehmer

Patrick Lässig ­

Stadt: Berlin
Land: Deutschland

Genre: Emo, Indie, Pop, Akustik

Website: http://www.mikroboy.com/

Informationen zum iPROject: MIKROBOY – Nennt es, wie Ihr wollt...

Nachdem die Musik eingespielt ist, kommt der schwerste Teil des kreativen
Prozesses: welchen Namen soll das Werk bekommen? Eine Frage, die schon für die
hitzigsten Diskussionen gesorgt hat. Auch der Band Mikroboy ging es nicht anders,
als sie ihr Debütalbum fertig hatte. Eigentlich hätten sie aus dem großen Reservoir
ihrer außergewöhnlich guten Texte schöpfen können, aber vielleicht machte gerade
das die Auswahl so schwer. Nach unendlichen Brainstormings meinte Manager
Manu Hölscher irgendwann entnervt: „Ach – nennt es, wie Ihr wollt!“
Der Titel des ambitionierten Debut Albums “Nennt Es Wie Ihr Wollt” von Mikroboy
war beschlossene Sache – nicht zuletzt auch als kleiner Seitenhieb auf das
vorherrschende Schubladendenken der Branche, die gern mit schnellen
Einordnungen zur Stelle ist. Ein „Brückenschlag von Independent zu Pop“ ist da zu
hören, „elektrisch infizierte Popsongs“ oder „melancholischer Ohrwurmpop“.

Für Mikroboy-Mastermind Michael Ludes ist es schlicht und einfach „Musik“.
Der Sänger/Songwriter Michi Ludes ist Mikroboy. Einmal natürlich weil er als
Frontmann Herr über das Mikro ist aber auch wegen seiner Körpergröße, die die
1,70-Hürde nie überwunden hat. Und schließlich, weil er Mikroboy als Soloprojekt
neben seiner damaligen Band Reminder aufbaute, die sich trotz erster Erfolge (u.a.
bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest) auflöste, da die Lebensplanungen
der Bandkollegen auseinanderdrifteten.
Nach „90er Emocore-Pop mit englischen Texten“ mit seiner Band Reminder suchte
er nun solo am heimischen Laptop nach der Verschmelzung emotionaler
Electrosounds mit deutschsprachigen Lyrics.

Gerade letzteres war für den
29jährigen Songwriter Neuland, jedoch stellte er schnell fest, dass er damit seinen Songs eine ganz andere Tiefe und Intensität geben kann. „Es sind eher spontane Stimmungen, zu denen man nicht selten auch gesellschaftliche Parallelen ziehen kann. Aber meine Texte – das bin schon ziemlich eins zu eins ich.“

Michi Ludes, 1981 in Wilhelmshaven geboren und im Saarland aufgewachsen, begann 2007, nach einem Querflug durch sämtliche Schulsysteme, in Mannheim ein Studium der Musikwissenschaften. Etwa zur gleichen Zeit entstand die Idee, sein Soloprojekt Mikroboy als Band aufzuziehen und er ging mit Elan an die Umsetzung.

„Ich bin zuweilen nachdenklich, aber auch hin und wieder ein bisschen überhastet und bei mir heißt es grundsätzlich ‘entweder ganz oben oder ganz unten’, dazwischen gibt es nicht viel“

...so Michi Ludes über sich selbst. Im Kreis der
Studienkumpels fand sich nach kurzer Zeit nicht nur eine Band, sondern auch gleich noch der heutige Manager Manu Hölscher. Letzterer war dann auch so enthusiastisch, dass er kurzfristig eine kleine Tour buchte. Die Proben der gerade gegründeten Band konnten somit erst kurz vor den Gigs stattfinden.

Seitdem stand Mikroboy knapp 200 Mal auf deutschen Bühnen und hat sich so eine beträchtliche Fangemeinde erspielt. Michi sieht die Band als „dynamisches Kollektiv“, das gerade mal wieder in Bewegung geraten ist: Elektronik und Schlagzeug wurden vor kurzem neu besetzt. Die festen Bandmitglieder Kai Steffen Müller (Bass) und Tobias Noormann (Schlagzeug) wurden aus dem direkten Umfeld und Freundeskreis rekrutiert. „Alles sehr persönlich und mit Fokus auf menschliche
und soziale Aspekte. Da kann einer der beste Schlagzeuger der Welt sein, wenn man nicht weiß, ob man zwei Monate mit ihm in einem Bus verbringen kann, macht das ja keinen Sinn“, meint Michi Ludes.

Die Arbeit mit der Band hat sich natürlich auch auf den Mikroboy-Sound ausgewirkt, der jetzt gitarrenlastiger und komplexer klingt. Zudem lässt die charmante Mischung von ein bisschen Atari-Nostalgie, Keyboardwolken oder mal einem Klavier, das sich auf die Suche nach einer Melodie begibt, einen aufhorchen. Richtig hingehört hat dabei auch das innovative Berliner Label Ministry Of Sound, das die Band kurzerhand unter Vertrag nahm. „Als wir den Vertrag unterschrieben hatten war klar, dass das Album mit einem Produzenten entstehen sollte, da wir zu
dem Zeitpunkt alle schon weit weg von jeglicher Objektivität den Songs gegenüber waren.“ Swen Meyer, der durch seine Arbeiten für Tomte, Kettcar, Olli Schulz und andere schon mehrfach bewiesen hat, wie man einen deutschsprachigen Act mit guten Texten ins rechte Licht rückt, wurde vom Label ins Gespräch gebracht.

„Nach dem ersten Treffen war klar, das Swen die Songs, das Projekt und auch mich so verstanden hat, wie es gemeint ist. Und wir merkten sehr schnell, dass es menschlich einfach passte.“
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit hat seit Erscheinen des Albums im Juli 2009 in der Medienwelt bereits für viel positive Resonanz gesorgt. So verortete man Mikroboy zwischen Notwist und den Get Up Kids (Visions), fühlte sich an „Kettcar-Momente“ erinnert (Intro) oder erkannte in ihnen „die deutschen Death Cab For Cutie“ (motor.de/wasteofmind.de).

Besonders letzteres Urteil freute Michi Ludes, denn wenn man ihn fragt, mit wem er gerne mal auf Tour gehen würde, fällt immer wieder ein Name - Death Cab. Apropos Tour, nachdem die Band in 2009 über 200 Tage gemeinsam unterwegs war, setzt gerade die kreative Phase vor dem heimischen Computer ein. Was nicht etwa heißt, dass sich bequem zurückgelehnt wird. Ganz im Gegenteil, denn der bekennende Star Wars-Fan („diese Filme regelmäßig zu sehen ist wichtiger als
Atmen“) Michael Ludes schreibt schon an neuen Songs für den Nachfolger von „Nennt es, wie Ihr wollt“. Ruhepause ist somit Fehlanzeige, was aber nicht weiter verwundert, denn Michi schreibt seine Texte nicht nur, sondern er lebt sie auch:

„Denn nur wer weiß, wohin er will und was er kann, der kann auch schaffen, was die
Welt von ihm verlangt“ (aus „Nichts ist umsonst“).

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Letzter Besuch am 17. Aug 2010
Fan seit am 13. Aug 2010

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